Stadt Markdorf

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Die Haltung der Verwaltung zum Rathaus im Bischofsschloss

Das Bischofsschloss als Rathaus – Chance für die Stadtentwicklung!
Aus unserer Sicht zeigt die Historie der vergangenen zweieinhalb Jahre einen gradlinigen und nachvollziehbaren Weg für das Projekt Rathaus im Bischofsschloss auf. In den folgenden Abschnitten wollen wir Ihnen unsere Argumente für den eingeschlagenen Weg erläutern. Dabei wollen wir den Blick in die Zukunft richten. Bitte stellen Sie uns aber auch Ihre Fragen zu den Entwicklungen der vergangenen Jahre. Sehr gerne werden wir auch diesen Informationswunsch von Ihnen ernst nehmen. Darüber hinaus können Sie den Artikel des Amtsblattes nochmals abrufen, der im Juli 2016 aus unserer Sicht versucht hat, offene Fragen zum Ausgangspunkt der Entwicklung im Herzen der Stadt zu beantworten.
(Artikel aus dem Amtsblatt Juli 2016)

Was ist die Haltung der Stadtverwaltung?
Das Ziel, das Verwaltung und Gemeinderat auf dem Weg zu den getroffenen Entscheidungen geleitet hat, war, eine öffentliche Nutzung des Komplexes Bischofsschloss zu sichern. Das Bischofsschloss als Haus der Markdorfer Bürgerinnen und Bürger.
Glücklich dürfen wir über den Verlauf des Architektenwettbewerbes des Jahres 2016 sein. Im Text der Jury zum prämierten Entwurf des Büros Braunger Wörtz Architekten aus Ulm schreibt die Vorsitzende der Jury Jórunn Ragnarsdóttir:

„Das Vorhaben der Stadt Markdorf ihre Verwaltungsräume im Herzen der Stadt in historischen Bauten neu zu planen, entspricht der aktuellen Sehnsucht der Bürger nach Identität und Heimat. Die heutige Diskussion über den Wert des kulturellen Erbes und deren Bedeutung in der Stadt ist damit eng verknüpft. Es geht um einen respektvollen Umgang mit den Bauten, die den Ort über Jahrhunderte geprägt haben.
Das Gebäudeensemble Neues Schloss, Schlossturm und Schlossscheuer sind als eine Einheit zu betrachten. Zusammen formulieren sie einen attraktiven Platz, der allen Bürgern als ein gemeinsames Wohnzimmer dient.
Den Verfassern der Arbeit ist es gelungen das Ensemble mit neuem Leben zu füllen ohne die Substanz zu verfremden. Behutsam wird die Schlossscheuer in ein zeitgemäßes öffentliches Haus verwandelt. Durch die Reduzierung der Firsthöhe und die behutsame Gestaltung der Fassaden gelingt es den Charakter des Gebäudes beizubehalten.
(…..)
Der sorgfältige Umgang mit dem Neuen Schloss und dem Schlossturm zeigt uns wie eine neue Nutzung ohne massive Eingriffe in die Gebäudestrukturen wirtschaftlich umgesetzt werden kann.

Insgesamt sind die Grundrisse sehr gut organisiert und entsprechen weitgehend den Wünschen des Auslobers. Hervorzuheben ist die gut gelungene Gestaltung der vertikalen Erschließungselemente, die gleichzeitig die Bauten in der Horizontalen barrierefrei miteinander verbindet.
(…)
Das Preisgericht ist davon überzeugt, dass die architektonische Haltung der Verfasser und deren sorgfältiger Umgang mit dem kulturellen Erbe der Stadt einen wichtigen Beitrag zur Lösung der komplexen Aufgabe darstellen.“

Mit den vorliegenden Planungen wird auch sehr deutlich, dass neben der Nutzung als Verwaltungsgebäude weiterer Mehrwert für die Bevölkerung geschaffen wird: Die Möglichkeiten für Veranstaltungen im Rittersaal werden durch die Erschließung mit einem Aufzug und der Sicherungsmaßnahmen für den Brandschutz beibehalten und es können weiterhin Konzerte, Vorträge, Festakte, Trauungen und vieles mehr in diesem Raum stattfinden. Heute sind im Turm lediglich die Geschosse 1-3 mit Aufzug erschlossen, nach der Umsetzung der Maßnahme werden alle Etagen vom EG bis zum Rittersaal durch die Ergänzung des bestehenden Aufzugsschachtes mit Aufzug zugänglich sein.
Im Erdgeschoss des Turmes wird eine gastronomische Nutzung vorgesehen. Wir wünschen eine Nutzung, die von den Markdorfer Bürgerinnen und Bürgern gerne angenommen wird und in den Sommermonaten auch den Schlosshof mit einbezieht. Zusätzlich kann auch noch das Gewölbe des neuen Schlosses mit in Veranstaltungsplanungen aufgenommen werden. Auch hier sind Ausstellungen, Vorträge, kleinere private Festlichkeiten und Feiern und ähnliches denkbar.
Für die Verwaltungsnutzungen werden wir im gesamten Gebäude eine dem Denkmal angemessene Erschließungsqualität vorweisen können. Die taktilen Hilfen für Menschen mit Behinderungen werden den Weg durch den Komplex gut weisen. Die innerhalb der historischen Mauern neu aufgebaute Schlossscheuer wird alle Anforderungen der Barrierefreiheit erfüllen. Hier werden auch der Bürgerservice sowie die Sitzungssäle untergebracht sein.
Alle anderen Räume des Bischofsschlosses werden mit Aufzug barrierefrei erschlossen sein, im neuen Schloss und im Turm können dabei Rollstuhlfahrer in Rollstühlen der Größenklasse A die Büros Veranstaltungsräume selbstständig erreichen.
Die Sanierung und Erneuerung der gesamten Haustechnik ist eine notwendige Grundaufgabe jeder Instandhaltung des Komplexes. Es wird dabei sehr gut gelingen, die öffentlichen Bereiche und Büros mit W-Lan sowie an sämtlichen Arbeits- und Präsentationsplätzen mit moderner Netzwerkinfrastruktur auszustatten.
Am Ende des Umbaus und der Sanierung wird aber nicht nur ein zeitgemäßes Verwaltungsgebäude in den historischen Mauern untergebracht und die weiteren Veranstaltungs- und Gastronomiebereiche der Öffentlichkeit zugänglich sein. Das bedeutendste Kulturdenkmal der Stadt wird durch die dauerhafte öffentliche Nutzung gesichert und erhalten.

Welche Potenziale ergeben sich am Rathausareal?
Am bestehenden Rathausstandort hat die Stadt über Jahre darauf hingearbeitet, durch Immobilien- und Flächenzukäufe zu gewährleisten, dass wir mit 4.500m² ein Filetstück im unmittelbaren Stadtzentrum entwickeln dürfen. Fällt dort die Aufgabe der Rathausweiterentwicklung weg, so öffnen sich ungeheure Entwicklungspotenziale. Das wird eine spannende Aufgabe, eine Aufgabe, die für die Zukunft und Lebendigkeit der historischen Altstadt eine ebenso hohe Bedeutung hat, wie Erhalt und Nutzung des Bischofsschlosses.
Aber es ist keine Aufgabe, vor der wir Angst haben müssen. So viele Ideen befinden sich bereits jetzt im Wettbewerb und für die allermeisten davon melden sich interessierte Partner, die die Chance erkennen, die sich hier auch für einen Investor bieten. Und warum hat die Stadt über viele Jahre diese Flächen gesichert? Weil es an einem so zentralen Ort wichtig ist, dass die Stadt als Eigentümerin bis zur Genehmigung eines Bauantrages und bis zum Verkauf der Grundstücke verbindlich mitbestimmen kann, wie und was dort gebaut wird. Damit wir alle miteinander feststellen können, dass unser Stadtzentrum städtebaulich und die Nutzung betreffend nicht nur ergänzt, sondern bereichert wird.
Unser Plan ist, nach der Sommerpause, spätestens im Oktober, jene Dinge vorzustellen, die bereits vorbereitet sind: Die Konzeption eines Hotelentwicklers für einen Hotelstandort mit 80-100 Zimmern sowie als Alternative dazu die Idee, einen weiteren hochwertigen und großzügigen Lebensmittelmarkt mit dem Thema Wohnen zu kombinieren. Diese beiden Möglichkeiten sind jedoch nicht abschließend. Weitere Stichworte werden immer wieder in der öffentlichen Diskussion genannt, die man ebenfalls noch aufgreifen und prüfen kann. Ich glaube, am Ende werden wir eher zu viele sehr gute Ideen als zu wenige für diesen Standort haben.

Die Finanzierung
18,4 Millionen Euro sind viel Geld. Die Instandhaltung und Nutzung eines so hochwertigen Kulturdenkmales wird immer mehr Geld kosten, als die Pflege eines herkömmlichen Gebäudes. Wir werden dieses Geld ausgeben, um das bedeutendste Gebäudeensemble in unserer Stadt in eine sichere Zukunft zu führen.
Es gibt sicherlich viele andere Nutzungsideen. Alle werden jedoch einen sehr großen Investitionsaufwand erfordern, ohne dass die wichtige Aufgabe „Rathauserweiterung und -sanierung“ dann abgearbeitet wäre. Die Gesamtbelastung wäre höher.
Konkrete Vergleiche wären an dieser Stelle jedoch nicht seriös, da wir weder für andere Nutzungen des Bischofsschlosses, noch für ein Rathausprojekt am bisherigen Standort Kosten in der Planungstiefe und Genauigkeit ermittelt haben, wie für das Rathaus im Bischofsschloss.
Die Voraussetzungen waren selten so gut wie heute für Investitionen in dieser Größenordnung. 25 Millionen haben wir im Sparstrumpf, auch die aktuelle Haushaltsentwicklung lässt auf eine weiterhin stabile Zukunft der städtischen Finanzen hoffen. Und klar ist: Unsere Pflichtaufgaben wie Schule, Kindergarten, insgesamt unsere umfangreichen Leistungen für Familienfreundlichkeit in der Stadt und alle Infrastrukturmaßnahmen, vor allem Straßeninstandhaltungen werden immer an oberster Stelle in unserer Prioritätenliste stehen.

Die Baustelle
Die Baustelle wird die Innenstadt belasten. Aber jede Baustelle in der Innenstadt belastet Nachbarn, Anwohner und Geschäfte. Baustellen werden aber immer wieder notwendig sein. Auch große Baustellen. Nichts zu tun, wäre der Tod unserer Innenstadt. Nicht etwas zu tun und damit vorübergehend Belastungen erzeugen, aber langfristig Perspektiven und Belebung
sichern. Die Stadt als Bauherrin kann dabei erheblich besser koordinieren und Verantwortung für die Belastungen übernehmen, als ein privater Bauherr. Und wir werden diese Verantwortung wahrnehmen. Sobald wir in die Ausschreibung der Arbeiten einsteigen, werden wir die Betroffenen an einen Tisch rufen und klären, welche Rahmenbedingungen für die Terminierung und Baustellenabwicklung sinnvoll in die Ausschreibung formuliert werden können und müssen. Auch diese Aufgabe stellt sich uns vollkommen nutzungsunabhängig.

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