Klimaschutzmanagement
Um die Erreichung der auf der UN-Klimakonferenz in Paris in 2015 beschlossen Ziele - die globale Erwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Level auf deutlich unter 2 °C, möglichst unter 1,5 °C, zu begrenzen – im eigenen Verantwortungsbereich umzusetzen, sprach sich der Gemeinderat für die Zielsetzung der klimaneutralen Kommunalverwaltung und der klimaneutralen Gesamtstadt bis 2040 aus. Der Gemeinderat hat für seine Arbeit ein Energie- und Klimapolitisches Leitbild beschlossen. Die Energie- und CO2-Bilanzen der Stadt Markdorf geben Aufschluss über die Energieverbräuche und Emissionen der Gesamtstadt (Bilanz 2019 und Bilanz 2021).
Um die Klimaneutralität zu erreichen, ist das Voranschreiten in vielen Bereichen nötig: unter anderem im Bereich der Mobilität, der erneuerbaren Energieversorgung, der energieeffizienten Gebäude, der Raumordnung, der Ver- und Entsorgung und der Kommunikation und Kooperation. Eine Übersicht der diesbezüglichen Maßnahmen kann dem Klimaschutzkonzept entnommen werden. Es sind jedoch nicht nur die aufgeführten Maßnahmen, die zum Erreichen der Klimaneutralität beitragen, sondern auch die Berücksichtigung der Klimafolgekosten bei allen weiteren Entscheidungen oder weitere Bestandteile der dauerhaften Ausrichtung und Organisation, wie beispielsweise der Bezug von Ökostrom.
Klimaschutzkonzept Markdorf
Die Grundlagen der Einstiegs- und Orientierungsberatung Klimaschutz wurden zu einem Klimaschutzkonzept für Markdorf weiterentwickelt. Das Klimaschutzkonzept wurde am 21. April 2026 im Gemeinderat vorgestellt. Auf Grundlage des Konzeptes wurde die Zielsetzung zur Erreichung der Klimaneutralität für die Kommunalverwaltung und die Gesamtstadt auf das Zieljahr 2040 festgelegt.
Einstiegs- und Orientierungsberatung Klimaschutz
Während in Markdorf schon seit vielen Jahren Maßnahmen umgesetzt werden, die die Belastungen für das Klima reduzieren, wird die Klimaneutralität bis 2030 bzw. 2035 mit einer Fortführung der bisherigen Bemühungen nicht rechtzeitig zu erreichen sein. Es gibt vielfältige Handlungsmöglichkeiten um auf kommunaler Ebene weitere Klimaschutzpotentiale zu erschließen. Um die sinnvollsten Maßnahmen zu identifizieren, ist ein konzeptionelles Vorgehen sinnvoll. Im ersten Schritt wurde eine sogenannte Einstiegsberatung durchgeführt, die aus Mitteln der Klimaschutzinitiative des Bundes unterstützt wurde und auf deren Basis ein Konzept zur Erreichung der Klimaneutralität entwickelt werden soll.
Die Einstiegs- und Orientierungsberatung umfasste eine Bestandsaufnahme und Potentialanalyse auf deren Grundlage Handlungsperspektiven und Maßnahmen zur Senkung der Treibhausgasemissionen identifiziert wurden. Eine Ablauf- und Zeitplanung unterstützen bei der zukünftigen Maßnahmenumsetzung.
Da Klimaschutz eine Gemeinschaftsaufgabe ist, ist die Einbindung möglichst vieler Akteure von entscheidender Bedeutung. Konkrete Anregungen, Ideen und Vorschläge aus dem Bürgerbeteiligungsprozess bildeten den Grundstein für die Ableitung gemeinsam formulierter Maßnahmen. Der Startschuss hierzu fiel im Rahmen eines Klimaschutz-Workshops am 22. November 2023 in der Stadthalle Markdorf. Im Protokoll der Veranstaltung finden sich die vorgestellten Vortragsfolien und die Ideen und Anregungen aus der Bürgerschaft wieder.
Den Bericht zur Einstiegs- und Orientierungsberatung finden Sie hier.
Weitere Informationen zum Förderprojekt „Einstiegs- und Orientierungsberatung Klimaschutz für die Stadt Markdorf“:
- Titel: KSI: Einstiegs- und Orientierungsberatung Klimaschutz für die Stadt Markdorf
- Laufzeit: 01.10.2023 – 31.03.2025
- Beteiligte Partner: Netze BW
- Fördermittel: Zuwendung aus den Mitteln der Nationale Klimaschutz Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz
- Förderkennzeichen: FKZ 67K25285
Nationale Klimaschutzinitiative
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.
European Energy Award
Im Oktober 2019 beschloss der Gemeinderat die Teilnahme am EEA. Nach Durchführung der Ist-Stands Analyse folgte die Erstellung einer Energie- und CO2-Bilanz, die Erstellung eines Leitbilds und die Erstellung eines Energiepolitischen Arbeitsprogramms (EPAP). Im November 2023 endete der Prozess der Erst-Zertifizierung mit der Auditierung für den European Energy Award. Den Bericht zum externen Audit finden Sie hier. Die Teilnahme am European Energy Award wurde gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg.
Klimapakt Baden-Württemberg
Die unterstützende Erklärung zum Klimaschutzpakt zwischen dem Land und den kommunalen Landesverbänden in Baden-Württemberg hält es schriftlich fest: „Die Folgen eines fortschreitenden Klimawandels stellen weltweit, aber auch für die Menschen in Deutschland eine ernste Bedrohung ihrer Lebensgrundlagen dar. Um diesen Entwicklungen entgegenzutreten, bedarf es verbindlicher internationaler und nationaler Initiativen, aber auch konsequentes Handeln im Land und vor Ort. Alle sind dazu aufgerufen, ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Der öffentlichen Hand kommt dabei für ihren Organisationsbereich eine allgemeine Vorbildfunktion zu.“ Auch der Gemeinderat der Stadt Markdorf sieht die Stadt hier in der Verantwortung und hat sich in seiner Sitzung im April 2022 einstimmig für die Unterzeichnung der Unterstützungs-Erklärung zum Klimaschutzpakt ausgesprochen.
