Kommunales Starkregenrisikomanagement in Markdorf
Lokale Starkregenereignisse führen immer öfter zu großen Schäden und rücken in das Blickfeld des öffentlichen Interesses.
Grundsätzlich gilt es, Starkregen und Flusshochwasser zu unterscheiden. Überflutungen durch Starkregen finden insbesondere auf der Geländeoberfläche, in Gräben und Mulden sowie in sehr kleinen Gewässern statt. Der Abfluss erfolgt oberflächlich und dem Gefälle folgend zu größeren Gewässern hin. Flusshochwasser entsteht durch die Ausuferung größerer Oberflächengewässer. Die Überflutung breitet sich dabei ausgehend vom Gewässerlauf in die angrenzenden Bereiche aus.
Informationen über Flusshochwasser in Markdorf finden Sie hier:
Lebenslagen - Stadt Markdorf (Checkliste für Hochwasser)
Lebenslagen - Stadt Markdorf (Hochwasserangepasstes Planen und Bauen)
Besonders aufgrund seiner Topografie sind große Teile der Gemarkung Markdorf bei Starkregenereignissen als potenziell gefährdet einzustufen. Die Starkregenereignisse aus dem Frühjahr und Sommer 2024 sind in Erinnerung geblieben.
Um die Gefahren besser einschätzen zu können, wurde das vom Land Baden-Württemberg geförderte Kommunale Starkregenrisikomanagement durchgeführt, welches Ende 2025 offiziell abgeschlossen wurde.
Teil des Starkregenrisikomanagements waren Starkregensimulationen, aus denen Starkregengefahrenkarten abgeleitet wurden.
Die Starkregenkarten für die Gemeinde Markdorf finden Sie hier:
Karte: Überflutungsflächen - Daten- und Kartendienst der LUBW
Karte: Überflutungstiefen - Daten- und Kartendienst der LUBW
Die Starkregengefahrenkarten liegen für drei Szenarien (selten, außergewöhnlich, extrem) vor, die verschiedenen Wahrscheinlichkeiten und Intensitäten entsprechen. Es wird empfohlen, die Karten für alle Szenarien zu betrachten.
Es liegen Karten für die Überflutungstiefe und für die Fließgeschwindigkeiten vor. Die Überflutungstiefenkarte stellt dabei die maximale Wassertiefe während des simulierten Ereignisses dar. Die Fließgeschwindigkeitskarte zeigt Abflusswege und deren Intensität auf. Um Rückschlüsse auf die Gefährdung des eigenen Grundstücks ziehen zu können, ist es essenziell, sowohl die Überflutungstiefen als auch die Fließgeschwindigkeiten zu analysieren. Gerade in Hanglagen wird aufgrund fehlender Überflutungstiefen die Gefährdung nur durch die Betrachtung der Fließgeschwindigkeitskarte deutlich.
Bei der Betrachtung der Starkregengefahrenkarten ist zu berücksichtigen, dass es sich um eine Computersimulation handelt. Fließwege können sich bspw. aufgrund von Erosion ändern und vom dargestellten Verlauf abweichen.
Bereits im Sommer 2025 war die Bevölkerung auf zwei Informationsveranstaltungen über die ersten Ergebnisse des Starkregenrisikomanagements informiert worden.
§ 5 WHG verpflichtet jede Person, die von Hochwasser betroffen sein kann, im Rahmen ihrer Möglichkeiten geeignete Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen. Es ist jedoch darauf zu achten, dass für Unterlieger aus den ergriffenen Maßnahmen keine Nachteile entstehen.
Als Grundlage für den Eigenschutz können die oben verlinkten Starkregengefahrenkarten genutzt werden.
Weiterführende Links:
Umwelt-Daten und Karten Online (UDO) Land Baden-Württemberg
https://udo.lubw.baden-wuerttemberg.de
Hochwasserrisikomanagement Land Baden-Württemberg
https://www.hochwasser.baden-wuerttemberg.de/starkregen
Starkregeninformationen LandratsamtBodenseekreis
https://www.bodenseekreis.de/umwelt-landnutzung/wasser/hochwasser/starkregen/